Es ist Frühling. Und nicht nur die Blumen sprießen aus dem Boden, sondern auch kleine Holzbuden, wo grüner und weißer Spargel angepriesen wird. Zumindest im Süden Deutschlands. Kaum ein anderes Obst oder Gemüse bekommt so viel Beachtung geschenkt. Ein eigener Stand nur für mich – da würde sich so mancher Apfel sicherlich auch darüber freuen. Dann muss der Spargel doch was besonderes sein. Ist er das wirklich oder ist das alles nur eine Vermarktungsstrategie?

 

Historisches

 

Bereits im alten China (vor rund 5000 Jahren) wurde der Spargel bei etlichen Beschwerden wie z.B. Husten oder bei Geschwüren eingesetzt. Auch die Griechen, aber vor allem die Römer schätzten ihn sehr. Na ja, sie sind ja auch als Feinschmecker bekannt. Wahrscheinlich waren auch sie es, die den Spargel nach Deutschland brachten. Doch hier wurde er lange Zeit nicht als Delikatesse angesehen, sondern nur sein gesundheitlicher Nutzen.

Er galt als Heilpflanze, die im Arzneibuch aufgeführt wurde und damit jede Apotheke vorrätig haben musste. Erst Mitte des 16. Jahrhundert bekam er als Gemüse eine größere Bedeutung, als erste Beete im sog. Stuttgarter Lustgarten angepflanzt wurden. Aber das Spargel nicht nur gesund, sondern auch lecker ist, muss sich schnell herumgesprochen haben. Denn im 17. Jahrhundert war er in Deutschland auf einmal weit verbreitet. Zu dieser Zeit wurde vor allem grüner Spargel bevorzugt. Weißer Spargel (Bleichspargel) war im Norden Deutschlands beliebt und breitete sich von dort auf das gesamte Land aus. Auch heute noch wird in Deutschland überwiegend weißer Spargel angebaut und konsumiert.

 

Ist Spargel wirklich so gesund?

 

Ist Spargel gesund? Ein erster Hinweis: Spargel besteht zu 95% aus Wasser. Er ist reich an Vitaminen und Mineralien, z.B. Vitamin A, B-Komplex, C, E, Eisen, Kalium, Magnesium, Calcium, Phosphor und bioaktiven Pflanzenstoffe. Das ist trotz des enorm hohen Wassergehaltes beachtlich. Bei Vitaminmangel also ran an die Stangen. Mit einer Portion von 500g Spargel kann man schon den Tagesbedarf vieler wichtiger Vitamine decken. Auch für Schwangere ist er aufgrund des hohen Folsäuregehalts sehr zu empfehlen. Der grüne Spargel liefert noch etwas mehr Vitalstoffe.

 

Spargel – gut zum Abnehmen? Aufgrund seines hohen Wassergehaltes ist Spargel sehr kalorienarm und damit zum Abnehmen gut geeignet. (ca. 12-20 kcal pro 100g). Zudem ist er zuckerarm. Natürlich solltest du nicht die fette Hollandaise darüber gießen, dann ist der Kalorienvorteil wieder dahin und der gesunde Spargel wird mit Fett übergossen. Nichts gegen eine Hollandaise, aber bitte nicht zum Abnehmen. Versuche es mal mit Kräuterspargel und einem leichten Salat. 

 

Spargel – gut für den Darm? Spargel hat einen hohen Inulin-Gehalt, einem löslichen Ballaststoff. Er nährt die „guten“ Darmbakterien und sorgt für einen guten Stuhlgang. Interessanterweise hat Inulin noch die Eigenschaft, die Aufnahme von Calcium und Magnesium zu erhöhen. Zudem kann der Ballaststoff im Magen viel Wasser binden, was zu einem angenehmen Sättigungsgefühl führt. Also wieder gut zum Abnehmen.

 

Spargel – gut für die Nieren? Spargel hat einen hohen Kaliumgehalt und enthält die nicht essenzielle Aminosäure L-Asparagin. Eine Aminosäure ist ein Eiweiß-baustein. Beide wirken harntreibend und damit reinigend. Wer die Nierentätigkeit anregen möchte, sollte zum Spargel greifen. Also nicht wundern, wenn ihr ständig auf Toilette rennen müsst. Auch wird ihm nachgesagt, dass er Nierensteineverhindert oder sogar bestehende auflöst. Daher unbedingt die Spargelbrühe aufheben und trinken.

Mit einem speziellen Enzym wird die Asparaginsäure im Harnstoffzyklus im Körper zu Ammoniak umgewandelt. Völlig unschädlich, aber das ist der Grund für den etwas streng riechenden Urin. Da nicht jeder Mensch dieses Enzym herstellen kann, sondern nur die sog. Spargelausscheider, riecht auch nicht bei jedem der Urin. Das liegt an den Genen und ist keine Krankheit.

 

Spargel – gut gegen Bluthochdruck? Der hohe Kaliumgehalt wirkt blutdruck-senkend im Körper. Kalium reguliert den Wasserhaushalt und hat damit Einfluss auf den Bluthochdruck. Eine groß angelegte WHO-Studie zeigte, dass bei Personen mit Bluthochdruck die Erhöhung der Kalium-Zufuhr auf beide Blut-druckwerte einen positiven Einfluss hat.

 

Spargel – gut für das Liebesleben? Spargel wird nachgesagt, dass er das Liebesleben aktiviert. Ob das nun an der interessanten Form liegt oder am hohen Gehalt an Vitamin-E, das auch als Fruchtbarkeitsvitamin bezeichnet wird, lassen wir mal dahin gestellt. Einfach ausprobieren!

 

Spargel – gut gegen schädliche Pilze? Saponine im Spargel helfen, Pilze wie Candida aus dem Weg zu räumen. Saponine sind sekundäre Pflanzenstoffe, die u.a. anti-fungal wirken. Auch haben Studien gezeigt, dass sie das Darmkrebsrisiko verringern.

 

Ich glaube, die Frage, ob Spargel wirklich so gesund ist, ist beantwortet. Und die Aufzählung ist noch nicht abschließend. Und ich würde unbedingt jedem, der abnehmen möchte, dazu raten, eine Spargelkur im Frühjahr zu machen. Gesund, entwässernd und noch lecker. Kein Verzicht, sondern Gewinn.

 

Aber Achtung!

Seine harntreibende Wirkung hat natürlich auch seine Schattenseite. Die Nieren werden gereizt. Wer bereits mit starken Nierenproblemen zu kämpfen hat, sollte Spargel in Maßen genießen.

 

Und nun auf zum Spargelstand, oder? Aber woran erkenne ich frischen Spargel?

 

Woher weiß ich, dass der Spargel all die tollen Vitamine und Mineralien noch enthält? Ich schaue immer, ob die Spargelstangen noch quietschen, d.h. die Spargelenden sollten noch leicht feucht sind und beim aneinander reiben etwas quietschen. Ruhig ausprobieren, der Test muss erlaubt sind. Schließlich will ich ja die gesundheitsfördernden Eigenschaften nutzen und kein Holz essen. Zudem sollten die Spitzen geschlossen sein. Ich kaufe in der Regel Bio-Spargel, um Pestizidrückstände zu minimieren. Wenn ich den Spargel nicht gleich verzehre, dann wickele ich ihn in ein feuchtes Geschirrtuch ein und lagere ihn kühl.

 

Zubereitung des Spargels

 

  • Spargel waschen, um den Sand zu entfernen
  • grünen Spargel nur an den enden schälen, weißen Spargel komplett schälen
  • in einem großen Topf Wasser zum kochen bringen; ggf. etwas Salz, Zucker, Zitronensaft zugeben
  • Spargel darin 15-20 Minuten (je nach Dicke der Stangen) bei geringer Hitze köcheln
  • idealerweise hast du ein Spargeltopf. Der Spargel wird hier sehr schonend gegart, so dass viele Inhaltsstoffe erhalten bleiben.

 

Und nun genieße die tolle Spargelzeit und lass es dir schmecken. Die Saison geht traditionell nur bis zum 24. Juni.

 

FAZIT: Für mich hat der Spargel sein eigenes Häuschen verdient.

Liebe Grüße


Deine Iris.

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